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Hadrian's Sandalenlöser - der Hermes des Lysipp auf Münzen aus Trapezous, Amastris und Markianopolis (2013)

It has been tried to describe the history of origins and impacts of the “Sandalenlöser” (“solver of the sandals”). Though some theses remain hypothetical by nature, the numismatic tradition implicates new aspects which at least reveal the
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   JAHRBUCH  FÜR  NUMISMATIK UND GELDGESCHICHTE Herausgegeben von der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft 63. Jahrgang 2013 München 2013Im Eigenverlag der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft  Die Bayerische Numismatische Gesellschaft e. V. dankt den Inserenten dieses Bandes für die nanzielle Unterstützung.  Dank ebenfalls an die für einen Druckkostenzuschuss.   Redaktion: Matthias Barth, Kay Ehling, Martin Hirsch, Dietrich Klose,Konstantin Olbrich Staatliche Münzsammlung MünchenResidenzstraße 1, D-80333 München  © 2013 Selbstverlag der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft e. V. ISSN 0075-2711ISBN 978-3-943639-01-8  Alle Rechte vorbehalten Layout: Dr. Hertha Schwarz, München   Druck: Holzmann Druck GmbH & Co. KG, Bad Wörishofen   Umschlaggestaltung und -photographien: Nicolai Kästner, München     Jahrbuch für Numismatik und Geldgeschichte 63, 2013 HANS-CHRISTOPH VON MOSCH (München) Hadrians „Sandalenlöser“Der Hermes des Lysipp (?) auf den Münzen von Trapezous, Amastris und Markianopolis (21 Abbildungen) Seit dem Fund der bisher vollständigsten Replik des „Sandalenlösers“ 1977 in den Südthermen von Perge (Abb. 1) und ihrem langsamen Einzug in die archäologische Sekundärliteratur ist es wieder still geworden um diesen in der Antike häug kopierten Statuentyp, der höchstwahrscheinlich auf ein Bronzewerk des Lysipp zurückgeht. 1  Die anhaltend hohe Wertschätzung dieses bisher schwer zu fassenden Werkes lässt sich an dem Zuschlagpreis ermessen, den 2009 eine Kopfreplik bei Sotheby’s erzielte (Abb. 2). Sie wur-de für 182.500,00 $ verkauft, ein scheinbar hoher Preis für einen Marmor-kopf, gemessen an dem, was frühere Käufer für eine römische Replik der kompletten Statue gezahlt hatten. 2  Zu Recht wurde der Marmorkopf im  Auktionskatalog dem „early second century A.D.“ zugeschrieben. Die feh-lenden Augenbohrungen und die mit Bohrkanälen abgesetzten Sichellocken präzisieren die Datierung in die Zeit Hadrians. Damit bereichert die neue Replik die sich aus der Liste im Anhang ergebende Statistik, die einen Höhe-punkt des Kopierens dieses Statuentyps in hadrianischer Zeit registriert. Das entspricht zwar dem allgemeinen Befund einer verstärkten Produktion von 1  Mein herzlicher Dank für vielfache Hilfe geht an Matthias Barth, Karsten Dahmen, Kay Ehling, Johannes Nollé und Andreas Pangerl. Einen Eindruck vom verlorenen Bronzeorigi-nal gibt die Rekonstruktion in Bronze ohne Stützen kombiniert aus der Replik Kopenhagen (Nr. 4 s. Anhang) und dem Kopf London (Nr. 15), ursprünglich Stettin Städtisches Muse-um, heute Warschau: H. Walter, Griechische Götter, München 1971, S. 301 Abb. 278. 2  Hier Replik 12 (s. Anhang). 1772 zahlte der Earl of Shelburne und spätere Marquis of Lans downe 450 £ für die weitgehend richtig ergänzte Replik Kopenhagen aus der Villa Hadriana (Replik 4 s. Anhang): Scott S. 162 f. Abb. 123. Sie wurde 1930 bei Christie’s an die Ny Carlsberg Glyptotek für 2.100 £ verkauft: Catalogue of the Celebrated Collection of An-cient Marbles. The Property of the Most Honourable The Marquess of Lansdowne, Chris-tie’s, Manson & Woods, London, March 5, 1930, S. 32 f. Nr. 49; L. Pollak, Römische Mem-oiren. Künstler, Kunstliebhaber und Gelehrte 1893–1943, Rom 1994 (Studia Archaeologica 72), S. 164. Die damals stark und phantasievoll ergänzte Replik München (Nr. 5 s. Anhang)  wurde 1809 für 2.650 Scudi an den königlichen Hof von München verkauft: R. Wünsche, in: Vierneisel – Leinz S. 29.  94   Hans-Christoph von Mosch Idealplastik zur Ausstattung öffentlicher Gebäude im Bauboom des 2. Jahr-hunderts n. Chr., doch liefert die Auswertung numismatischer Quellen dar-über hinausgehende Erkenntnisse zur Statue. Im Laufe der Untersuchung  wird ein persönliches Interesse Hadrians an dem Hermesbild erkennbar, das an die Präferenzen des Augustus und seiner Hofkunst für die Werke Polyklets erinnert, freilich mit dem Unterschied, dass die Motivation dahin-ter keine moralische mehr, sondern dem veränderten Zeitgeschmack ent-sprechend eine mythologische war. 3  Das soll der im Folgenden einführend referierte Report des Arrian an Hadrian (  Periplus Ponti Euxeni  ) illustrieren. Er beschreibt, wie und warum Hadrian die Sendung einer Replik des „San-dalenlösenden Hermes“ nach dem pontischen Trapezous veranlasste, und eröffnet nebenbei einen neuen Weg zum Verständnis der Skulptur (Abb. 1). Noch immer ist das seltsame Motiv des Sandalenlösens eine ungelöste Frage der Archäologie, die man bisher ausschließlich mit breitgefächerten Assozi-ationen aus dem Werk selbst heraus zu beantworten versuchte. Tatsächlich ndet sich eine einfache Antwort in dem alten arkadischen Hermesmythos, der in hadrianischer Zeit im Umfeld der Antinoosapotheose wieder aktuell  wurde. Der darauf folgende Versuch einer Annäherung an den historischen  Aufstellungsort der Originalstatue bleibt naturgemäß spekulativ, soll aber deshalb hier nicht weggelassen, sondern mit einem neuen Ansatz zur Dis-kussion gestellt werden. Liegen die nur erahnbaren Umstände seiner Entste-hung in der Zeit der Spätklassik, so ist der „Sandalenlöser“ in der römischen Kaiserzeit an den verschiedensten Orten in Form zahlreicher Marmorre-pliken (s. Anhang) und auf Münzen reichlich belegt. Für die Fundorte der Repliken und die Prägestätten der Münzen gilt es, die Bedeutung des Sta-tuenmotivs zu erschließen, wie auch seine Bedeutungsveränderung in der spätantiken Beschreibung des Christodoros zu hinterfragen. Ein Ausblick auf die neuzeitliche Rezeptionsgeschichte schließt den Versuch ab, die Ent-stehungs- und Wirkungsgeschichte eines der bedeutendsten Meisterwerke der griechischen Klassik umfassend zu behandeln.Hadrian schickt eine Hermesstatue nach Trapezous Als L. Flavius Arrianus Xenophon, der Statthalter der Provinz Cappadocia (131/32–137/38 n. Chr.), über die Zustände in der pontischen Hafenstadt 3  P. Zanker, Klassizistische Statuen. Studien zur Veränderung des Kunstgeschmacks in der römischen Kaiserzeit, Mainz 1974, S. 41–45; G. Lahusen, Polyklet und Augustus, in: H. Beck (Hrsg.), Polyklet. Der Bildhauer der griechischen Klassik [Ausstellungskatalog, Frankfurt am Main, Liebieghaus, 17. Oktober 1990 – 20. Januar 1991], Mainz 1990, S. 393–396.
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